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Blutdruckmessen im Alter – Tagungsbericht

Mannheim. Auf der 11. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DGG) und 41. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Hochdruckliga (DHL®) im November 2017 wurde über das richtige Messen des Blutdrucks berichtet. Bereits eine geringe Senkung des Blutdrucks kann Folgeerkrankungen wesentlich verringern, so die Wissenschaftler.

Messungen in der Arztpraxis sind unzureichend, so Professor Dr. med. Bernd Sanner von der Deutschen Hochdruckliga. Bei solchen Messungen handelt es sich um Gelegenheitsmessungen, die auch oft zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Zudem sei zu bedenken, dass die Patienten in der Arztpraxis einen anderen Blutdruck haben, als in dem häuslichen Umfeld, so der Wissenschaftler.

Richtig Blutdruck messen

Blutdruckkranke sowie prinzipiell alle Menschen über 50 Jahre sollten ihren Blutdruck daher regelmäßig zu Hause Messen, rät Professor Sanner, Chefarzt und ärztlicher Direktor der Medizinisches Klinik des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Wuppertal gGmbH.
Es sollten automatische Blutdruckmesssysteme zum Einsatz kommen. Die Deutsche Hochdruckliga hat zahlreiche Geräte getestet und für einige Geräte in Qualitätssiegel verliehen. Darauf sollten die Verbraucher achten.
„Falsches Messen stellt ein großes Problem dar“, so der Wissenschaftler. Anstatt die Behandlung zu unterstützen, können falsch erhobene Werte einer Selbstmessung dann eine erfolgreiche Therapie behindern.

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Pressekonferenz DDG und DHL. Rechts im Bild Prof. Dr. Bernd Sanner

Korrekte Messbedingungen schaffen

Beachtet der Patient einige Regeln, dann ist die Blutdruckselbstmessung nicht schwer: „Dazu zählen beispielsweise eine Messung in einem entspannten Körperzustand im Sitzen und die richtige Größe der Blutdruckmanschette. Der Grenzwert bei der Selbstmessung liegt bei 15/85 mmHg“, so der Mediziner Sanner.

So geht’s

  • immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen
  • den zu messenden Arm auf den Tisch legen
  • Die Messung sollte im ruhigen Sitzen erfolgen
  • Der untere Rand der Blutdruckmanschette eines Oberarmmessgerätes sollte 2,5cm über der Ellenbeuge enden. (Manschette in Herzhöhe)
  • Wiederholungsmessung frühestens nach einer halben Minute
  • Empfohlen werden zwei Messungen hintereinander. Der zweite, in der Regel niedrigere Wert zählt.
  • Es sollten nur validierte Blutdruckmessgeräte zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Geräte, die das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga tragen.

„Die Blutdruckwerte sollten aufgezeichnet werden. Je genauere Werte dem behandelnden Arzt vorliegen, umso effektiver kann sich die Therapie gestalten“, so Professor Sanner. „Zudem lässt sich ein bislang unentdeckter Bluthochdruck rechtzeitig erkennen“.
Weitere Informationen zum Thema finden Interessierte unter: https://www.hochdruckliga.de/patientenleitfaden.html

Jürgen Bause