Archiv des Autors: Jürgen Bause

Über Jürgen Bause

Medizinjournalist, PR-Berater in der Medizin. Novum: Pressedienst im Gesundheitsbereich mit über 12.800 Empfängern. Medizinische Fachpresse und Publikumsmedien.

Hoher Durchseuchungsgrad mit Helicobacter pylori

Bremen. Oberbauchbeschwerden sind nicht nur lästig, sondern beeinflussen die Lebensqualität erheblich. Druckgefühl in der Magengegend, saures Aufstoßen und eventuelle Magenschmerzen können Hinweise für den Magenkeim Helicobacter pylori sein.

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TÜV NORD präsentiert Bildungsangebote auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin

Ausbildung, Weiterbildung, Seminare – TÜV NORD informiert vom 15. bis 17. März 2018 über sein breites Spektrum für berufliche Bildung

Essen. TÜV NORD unterstützt mit seinen beiden Bildungsgesellschaften TÜV NORD Bildung und TÜV NORD College die Ausbildung und Qualifizierung in der Gesundheits- und Pflegebranche, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Anlässlich des Deutschen Pflegetages 2018 in Berlin (STATION-Berlin), der zentralen Branchenveranstaltung für die Pflege, präsentiert TÜV NORD seine Bildungsangebote. Das breite Spektrum umfasst beispielsweise die Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin, Weiterbildungsangebote zum Praxisanleiter, zur Wohnbereichs- und Pflegedienstleitung, zur Hygienefachkraft oder die Umschulung zum Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen. Auch Qualifizierungen zur Betreuungskraft oder Behandlungspflege werden von externen Kunden für den Ausbau der beruflichen Perspektiven genutzt. Fortbildungsseminare für Fach- und Führungskräfte sowie individuell ausgerichtete Inhouse-Seminare vervollständigen das Portfolio.

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Foto: SoftBank Robotics

Zukunftsweisendes Lernen

Interessierte haben im Rahmen der dreitägigen Pflegemesse die Möglichkeit, sich über das hochwertige Seminarangebot und Bildungsportfolio am Stand von TÜV NORD (Halle 7, Stand B04) zu informieren und persönlich beraten zu lassen. Ein Schwerpunktthema ist dabei das zukunftsorientierte Lernen, wie beispielsweise „Blended Learning“: Es verbindet die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning miteinander: Moderne digitale Medien, beispielsweise Tablets, erlauben zeitlich und örtlich flexibles Lernen, die digitale Dokumentation von neu angeeigneten Lerninhalten sowie den schnellen Zugriff auf relevante Fachinformation. Auch über die „Altenpflege 4.0“ wird in diesem Zusammenhang ausführlich beraten. Darüber hinaus informiert das Team von TÜV NORD über eigene Stellenangebote im Bereich der Gesundheit und Pflege.

TÜV NORD´s „Special Guest“

Standbesucher können am 16. März mit dem besonderen Gast „Pepper“ ins Gespräch kommen: Der kommunikationsfreudige Roboter freut sich über interaktive Gespräche, Spiele und Informationsaustausch. Außerdem verlost TÜV NORD insgesamt 3 iPads Wi-Fi 32 GB, die Ziehung der Gewinner findet am 16. März um 16.30 Uhr am Stand statt.

TÜV NORD auf dem Deutschen Pflegetag 2018

15.-17. März 2018

STATION-Berlin, Luckenwalder Str. 4-6, 10963 Berlin

Halle 7, Stand B04

Ansprechpartnerin vor Ort: Anida Büscher

Achtung: Bei Verwendung des Fotos „Pepper“ bitte unbedingt als Quelle angeben: SoftBank Robotics
Pressekontakt: Prisca DeGroat
Telefon: 0201/8929826 – E-Mail:
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Zu hohe Säuglingssterblichkeit in Deutschland

Zu hohe Säuglingssterblichkeit in Deutschland:

Wie der aktuelle UNICEF-Bericht zur Säuglingssterblichkeit zeigt, schneidet Deutschland im weltweiten Vergleich zur Säuglingssterblichkeit überraschend schlecht ab. Während beim Spitzenreiter Japan nur eins von 1.111 Neugeborenen stirbt, ist es jeder 435. Säugling in Deutschland, das heißt: zwei von 1000 Neugeborenen überleben den ersten Monat nicht. Deutschland liegt mit Platz 12 zwar im ersten Drittel, gehört aber nicht zu den Top-Ländern wie  Australien, Singapur oder den nordeuropäischen Ländern. Prof. Dr. Franz Kainer, Nürnberg, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für perinatale Medizin (DGPM), macht deutlich, dass  ein strukturelles Problem  dahintersteckt und kritisiert scharf das Koalitionspapier der GroKo, durch das der Trend zur hohen Säuglingssterblichkeit in Deutschland noch weiter verstärkt würde. Mit einem „Nationalen Plan für Geburtshilfe“ könnte Deutschland mit dem qualitativ hohen Know-How in diesem Bereich ohne Weiteres einen der ersten Plätze im internationalen Vergleich einnehmen.

Woran liegt es, dass 11 andere Länder im Bezug auf Säuglingssterblichkeit das hochentwickelte und finanziell gut ausgestattete Deutschland toppen? 

Prof. Kainer: „Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass es keine allgemeingültige Definition zur „Säuglingssterblichkeit“ gibt, das wird weltweit unterschiedlich gesehen und insoweit ist die UNICEF-Statistik in Frage zu stellen. Was in Deutschland ab der 23. Schwangerschaftswoche als Geburt behandelt wird, also als lebend geborener Säugling, zählt woanders gar nicht mit, wird vor der 25. Schwangerschaftswoche in verschiedenen andern Ländern als Abort gerechnet. Das spielt schon eine große Rolle und ist wahrscheinlich ein Punkt, dass wir Deutschland schon etwas besser sind, als das in der aktuellen UNICEF-Statistik herauskommt.

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir zum Beispiel im Vergleich zu Finnland und Australien tatsächlich schlechter aufgestellt sind. Dass wir im Mittelfeld stehen und nicht in der Spitzenreiter Position, ist allerdings kein medizinisches Problem, sondern ein politisches. Die Politik muss das mit in die Hand nehmen und strukturelle Bedingungen schaffen, dass bei uns mehr Säuglinge überleben.“

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Professor Dr. med. Franz Kainer

 

Was bedeutet das genau – wie sieht die Situation in deutschen Geburtskliniken konkret aus? 

 

Prof. Kainer: „Gerade bei Kindern, die sehr früh geboren werden, spielt die Erfahrung eine große Rolle und die qualitativ gute Ausstattung mit Fachpersonal. Für solche Hochrisikofälle gibt es bei uns – z. B. im Vergleich mit England – nur sehr wenige Geburtskliniken mit sehr hoher Expertise. Nur 16 der 700 Geburtskliniken in Deutschland haben mehr als 3000 Geburten im Jahr. Dagegen haben wir über 500 kleine Geburtsabteilungen, die nicht einmal auf 1000 Geburten kommen. Sie haben den Vorteil, dass sie wohnortnah sind – allerdings heißt das oft  mit gravierenden Abstrichen in der Qualität, da sie nicht kostendeckend arbeiten können. Das bedeutet konkret, hier mangelt es an Hebammen, es fehlt an qualifizierten Ärzten und Ausstattung.“

Erklärtes Ziel der GroKo in Ihrer Koalitionsvereinbarung (Seite 4572 -4574 und 4650-4651) ist der weitere Ausbau der wohnortnahen Geburtshilfe. Ist das nach Ansicht der DGPM ein Schritt in die richtige Richtung, um die Säuglingssterblichkeit in Deutschland zu verringern?

Prof. Kainer: „Keineswegs, ganz im Gegenteil. Solange kleine Geburtskliniken finanziell so schlecht ausgestattet sind, sind sie nicht in der Lage, jederzeit adäquat auf einen Notfall zu reagieren. Wenn die Politik vorgibt, dass Qualität keine Rolle spielt, werden weiterhin in Deutschland ein paar hundert Kinder mehr versterben, die überleben könnten. Damit nehmen wir weiterhin Todesfälle in Kauf, die nicht sein müssten!

Für Deutschland wäre es sinnvoll, dass einerseits genügend große Zentren für Hochrisikogeburten zur Verfügung stehen und andererseits kleine Kliniken so ausgestattet werden, dass die Qualität stimmt – auch wenn sie dann nicht kostendeckend sind. Hier ist die Politik gefragt, mehr große Geburtszentren zu schaffen und kleine Häuser entweder finanziell besser zu stellen oder ganz zu schließen. Dazu bedarf es aber bundesweit eines strukturellen Plans. Der Vorschlag der DGPM ist ein  „Nationaler Plan für Geburtshilfe“: Damit könnten wir in Deutschland mit unserem qualitativ hohen Know-How in diesem Bereich im internationalen Vergleich ganz anders dastehen. Wir sind der Meinung, dass Qualität eine entscheidende Rolle spielt und dass Kinderleben das wert sind.

Wie könnten die weiteren Schritte für diesen „Nationalen Plan für Geburtshilfe“ aussehen? 

Prof. Kainer: „Wenn wir besser werden wollen, müssen wir mit einem bundesweiten Konzept an vernünftigen Strukturen arbeiten. Der erste Schritt wäre festzulegen: Wo fehlen noch Kliniken mit entsprechend hohem Niveau? Wieviele Top-Zentren brauchen wir? Wo müssen wir kleine Häuser besser finanzieren, damit die Qualität stimmt? Der zweite Schritt wäre zu entscheiden, welche kleinen Häuser die Qualität nicht halten können und geschlossen werden müssen und zu sehen, welche Ausweichmöglichkeiten in größere Zentren es gibt. Wir brauchen ein Konzept, wo Gebäude übernommen werden können, welche baulichen Umstrukturierungen in großen Häusern vorgenommen werden können. Mit einem solchen „Nationalen Geburtshilfeplan“ könnten wir im weltweiten Vergleich der Säuglingssterblichkeit ganz klar einen Spitzenplatz einnehmen!

Text: Kerstin Aldenhoff

 

TÜV NORD präsentiert Bildungsangebote auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin

Ausbildung, Weiterbildung, Seminare – TÜV NORD informiert vom 15. bis 17. März 2018 über sein breites Spektrum für berufliche Bildung

Essen. TÜV NORD unterstützt mit seinen beiden Bildungsgesellschaften TÜV NORD Bildung und TÜV NORD College die Ausbildung und Qualifizierung in der Gesundheits- und Pflegebranche, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Anlässlich des Deutschen Pflegetages 2018 in Berlin (STATION-Berlin), der zentralen Branchenveranstaltung für die Pflege, präsentiert TÜV NORD seine Bildungsangebote. Das breite Spektrum umfasst beispielsweise die Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin, Weiterbildungsangebote zum Praxisanleiter, zur Wohnbereichs- und Pflegedienstleitung, zur Hygienefachkraft oder die Umschulung zum Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen. Auch Qualifizierungen zur Betreuungskraft oder Behandlungspflege werden von externen Kunden für den Ausbau der beruflichen Perspektiven genutzt. Fortbildungsseminare für Fach- und Führungskräfte sowie individuell ausgerichtete Inhouse-Seminare vervollständigen das Portfolio.

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Bild: SoftBank Robotics

Zukunftsweisendes Lernen

Interessierte haben im Rahmen der dreitägigen Pflegemesse die Möglichkeit, sich über das hochwertige Seminarangebot und Bildungsportfolio am Stand von TÜV NORD (Halle 7, Stand B04) zu informieren und persönlich beraten zu lassen. Ein Schwerpunktthema ist dabei das zukunftsorientierte Lernen, wie beispielsweise „Blended Learning“: Es verbindet die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning miteinander: Moderne digitale Medien, beispielsweise Tablets, erlauben zeitlich und örtlich flexibles Lernen, die digitale Dokumentation von neu angeeigneten Lerninhalten sowie den schnellen Zugriff auf relevante Fachinformation. Auch über die „Altenpflege 4.0“ wird in diesem Zusammenhang ausführlich beraten. Darüber hinaus informiert das Team von TÜV NORD über eigene Stellenangebote im Bereich der Gesundheit und Pflege.

TÜV NORD´s „Special Guest“

Standbesucher können am 16. März mit dem besonderen Gast „Pepper“ ins Gespräch kommen: Der kommunikationsfreudige Roboter freut sich über interaktive Gespräche, Spiele und Informationsaustausch. Außerdem verlost TÜV NORD insgesamt 3 iPads Wi-Fi 32 GB, die Ziehung der Gewinner findet am 16. März um 16.30 Uhr am Stand statt.

TÜV NORD auf dem Deutschen Pflegetag 2018

15.-17. März 2018

STATION-Berlin, Luckenwalder Str. 4-6, 10963 Berlin

Halle 7, Stand B04

Ansprechpartnerin vor Ort: Anida Büscher

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Blutdruckmessen im Alter – Tagungsbericht

Mannheim. Auf der 11. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DGG) und 41. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Hochdruckliga (DHL®) im November 2017 wurde über das richtige Messen des Blutdrucks berichtet. Bereits eine geringe Senkung des Blutdrucks kann Folgeerkrankungen wesentlich verringern, so die Wissenschaftler.

Messungen in der Arztpraxis sind unzureichend, so Professor Dr. med. Bernd Sanner von der Deutschen Hochdruckliga. Bei solchen Messungen handelt es sich um Gelegenheitsmessungen, die auch oft zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Zudem sei zu bedenken, dass die Patienten in der Arztpraxis einen anderen Blutdruck haben, als in dem häuslichen Umfeld, so der Wissenschaftler.

Richtig Blutdruck messen

Blutdruckkranke sowie prinzipiell alle Menschen über 50 Jahre sollten ihren Blutdruck daher regelmäßig zu Hause Messen, rät Professor Sanner, Chefarzt und ärztlicher Direktor der Medizinisches Klinik des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Wuppertal gGmbH.
Es sollten automatische Blutdruckmesssysteme zum Einsatz kommen. Die Deutsche Hochdruckliga hat zahlreiche Geräte getestet und für einige Geräte in Qualitätssiegel verliehen. Darauf sollten die Verbraucher achten.
„Falsches Messen stellt ein großes Problem dar“, so der Wissenschaftler. Anstatt die Behandlung zu unterstützen, können falsch erhobene Werte einer Selbstmessung dann eine erfolgreiche Therapie behindern.

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Pressekonferenz DDG und DHL. Rechts im Bild Prof. Dr. Bernd Sanner

Korrekte Messbedingungen schaffen

Beachtet der Patient einige Regeln, dann ist die Blutdruckselbstmessung nicht schwer: „Dazu zählen beispielsweise eine Messung in einem entspannten Körperzustand im Sitzen und die richtige Größe der Blutdruckmanschette. Der Grenzwert bei der Selbstmessung liegt bei 15/85 mmHg“, so der Mediziner Sanner.

So geht’s

  • immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen
  • den zu messenden Arm auf den Tisch legen
  • Die Messung sollte im ruhigen Sitzen erfolgen
  • Der untere Rand der Blutdruckmanschette eines Oberarmmessgerätes sollte 2,5cm über der Ellenbeuge enden. (Manschette in Herzhöhe)
  • Wiederholungsmessung frühestens nach einer halben Minute
  • Empfohlen werden zwei Messungen hintereinander. Der zweite, in der Regel niedrigere Wert zählt.
  • Es sollten nur validierte Blutdruckmessgeräte zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Geräte, die das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga tragen.

„Die Blutdruckwerte sollten aufgezeichnet werden. Je genauere Werte dem behandelnden Arzt vorliegen, umso effektiver kann sich die Therapie gestalten“, so Professor Sanner. „Zudem lässt sich ein bislang unentdeckter Bluthochdruck rechtzeitig erkennen“.
Weitere Informationen zum Thema finden Interessierte unter: https://www.hochdruckliga.de/patientenleitfaden.html

Jürgen Bause

Rücken Akut Training – Buchbesprechung

Literatur gibt es zahlreich für Rückengeplagte. Gelenksteifigkeit der Wirbelsäule oder ein akuter Hexenschuss verbunden mit den entsprechenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind keine Seltenheit. Zum Ausgleichssport fehlt vielfach die Zeit.
Der bekannte Wissenschaftler Professor Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln verfasste ein gut verständliches Buch für Schreibtischtäter und Rückenverspannte mit dem Titel RÜCKEN Akut-Training.

Auch wenn nur wenig Zeit für einen Ausgleichssport zur Verfügung steht. Das Akut Training beinhaltet 50 Übungen, die mit wenig Zubehör absolviert werden können. Ziel ist es akute Rückenschmerzen zu lindern, Muskelverspannungen zu lösen, die Bauch und Rückenmuskulatur zu kräftigen und auch die Körperhaltung zu verbessern.

 

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Literatur gibt es zahlreich für Rückengeplagte. Gelenksteifigkeit der Wirbelsäule oder ein akuter Hexenschuss verbunden mit den entsprechenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind keine Seltenheit. Zum Ausgleichssport fehlt vielfach die Zeit.
Der bekannte Wissenschaftler Professor Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln verfasste ein gut verständliches Buch für Schreibtischtäter und Rückenverspannte mit dem Titel RÜCKEN Akut-Training.

Auch wenn nur wenig Zeit für einen Ausgleichssport zur Verfügung steht. Das Akut Training beinhaltet 50 Übungen, die mit wenig Zubehör absolviert werden können. Ziel ist es akute Rückenschmerzen zu lindern, Muskelverspannungen zu lösen, die Bauch und Rückenmuskulatur zu kräftigen und auch die Körperhaltung zu verbessern.
Wenige Übungen führen zum Ziel

Die zahlreichen Übungen sind hervorragend und anschaulich erklärt. Sie können fast überall durchgeführt werden. Rückenleidende, die vielleicht bei einem Physiotherapeuten Übungen gelernt haben, erinnern sich sicherlich an Einige, die bereits erlernt, aber wieder vergessen wurden. Man braucht für die Aufgaben vielfach nur eine Matte, Handtuch und ein Fitnessband. Ein Highlight ist eine CD, die dem Buch beiliegt. Sämtliche Übungen, die in dem Buch erklärt sind, werden über 80 Minuten sehr anschaulich und ausführlich in entsprechenden Abschnitten von zwei Experten gezeigt. Falschmachen geht nicht.

Fazit

Endlich eine praktische und preiswerte Anleitung ohne Schnickschnack. Leicht und überall zu absolvieren. Da kann man sich unter Umständen den Besuch beim Physiotherapeuten sparen.

Rücken Akut-Training 80 Seiten, zahlreiche farbige Abb. 1 CD. G+U Verlag,
ISBN 978-3-8338-4626-7. Preis 19.99 Euro
Jürgen Bause

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefährliche Keime im Magen

11. Dezember 2017. Etwa 30 Millionen Menschen in Deutschland beheimaten den gefährlichen Magenkeim Helicobacter pylori (Hp). Dieser kann harmlose Beschwerden, aber auch lebensgefährliche Erkrankungen verursachen.  

Auf dem diesjährigen Kongress für Viszeral Medizin in Dresden wurde von Medizinern betont, dass der Keim Hp auch für manche Magenkrebsarten verantwortlich ist. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfiehlt in einer Leitlinie, den Magenkeim zu entfernen. Ob der Magen eines Mitbürgers mit dem gefährlichen Magenkeim besiedelt ist, kann ein Gastroenterologe durch eine Magenspiegelung feststellen. Der Arzt entnimmt eine winzige Gewebsprobe, die auf den Keim hin untersucht wird.

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Magenbakterium Helicobacter Pylori / MPI für Infektionsbiologie Berlin

Auf dem diesjährigen Kongress für Viszeral Medizin in Dresden wurde von Medizinern betont, dass der Keim Hp auch für manche Magenkrebsarten verantwortlich ist. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfiehlt in einer Leitlinie, den Magenkeim zu entfernen. Ob der Magen eines Mitbürgers mit dem gefährlichen Magenkeim besiedelt ist, kann ein Gastroenterologe durch eine Magenspiegelung feststellen. Der Arzt entnimmt eine winzige Gewebsprobe, die auf den Keim hin untersucht wird.

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Prof. Dr. med. Stephan Miehlke

Ist der Keim vorhanden, kann dieser mit einer speziellen Antibiotika-Therapie beseitigt werden (Eradikationstherapie) Eine Erfolgskontrolle sollte unbedingt erfolgen und kann z.B.  mit einem Diabact® Atemtest durchgeführt werden. Dabei atmet der Patient zwei Proben in die Basisröhrchen aus. Danach nimmt er eine Diabact® Tablette ein. Nach 10 Minuten werden erneut zwei Atemproben in die Proberöhrchen abgegeben. Alle Röhrchen werden von der Arztpraxis zur Analyse in ein Labor geschickt. Die Eradikationskontrolle erfolgt frühestens vier Wochen nach dem Ende der Therapie, so der Magen-Darm-Experte, der Gastroenterologe Prof. Dr. med. Stephan Miehlke aus Hamburg.
Der Test ist in wenigen Minuten erledigt und kann von jedem niedergelassenen Mediziner durchgeführt werden.

Interessierte Patienten können einen Ratgeber über Helicobacter pylori bei der Gastro-Liga in Gießen anfordern. Telefon 0641/974810    E-Mail: geschaeftsstelle@gastro-liga.de .

Krankenhaus Rating Report 2017 – eine Buchbesprechung

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser trübt sich nach einer kleinen Besserung wieder ein. 2014 dürften 21 Prozent der Hospitäler einen finanziellen Verlust geschrieben haben. Ob eine Besserung in Sicht ist? Die Prognose bis 20125 rechnet mit 11% mehr Fälle. Ohne Berücksichtigung des ambulanten Potentials dürfte die Zahl sogar um 15 Prozent zunehmen.
In dem Krankenhaus Rating Report 2017 wird ein kompletter Überblick über den Krankenhausmarkt vermittelt. Die Autoren geben eine Marktübersicht über den Klinikmarkt, ermitteln Leistungen, Preise Kosten und Erlöse, Fördermittel. Ebenso wird die Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt und
Im OECD Vergleich hat das deutsche Krankenhauswesen weiterhin Überkapazitäten. Der Abbau von Krankenhausbetten ist seit Jahren Gegenstand politischer und wissenschaftlicher Diskussionen, die von den beteiligten Akteuren geführt werden.

Pflegekräfte wurden erheblich minimiert.
Der Pflegedienst wurde von 1999 bis 2015 um 4,2 Prozent personell auf 321.000 Personen reduziert. Im gleichen Zeitraum nahmen die Ärzte um 43,1 % zu, Von 108.00 im Jahre 1999 auf 154.000 (2015) so der Report.
Alleine die ambunlanten Operationen nahmen im Zeitraum 2002 bis 2015 um 244 Prozent zu; die der stationären Fälle von 2005 bis 2015 um 16 Prozent (von 16,5 auf 19,2 Millionen Fälle).

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Fördermittel weiterhin knapp
Der geschätzte jährliche förderfähige Investitionsbedarf beläuft sich auf etwa 5,4 Mrd. Euro.
Fast auf das Doppelte des derzeitigen Investionsfördervolumens der Länder in Höhe von 2,8 Mrd. Euro. Die Förderlücke beträgt damit rund 2,6 Mrd. €. Nahm das BIP von 1991 bis 2015 um 92% zu, nahmen die Förderungsmittel für Kliniken, die im Krankenhausplan der Länder berücksichtigt sind, im gleichen Zeitraum um 23 Prozent ab.

Wirtschaftliche Lage
Weiterhin hat sich die Lage der Kliniken 2015 verschlechtert. Neun Prozent schrieben rote Zahlen mit einer erhöhten Insolvenzgefahr. Hier standen die öffentlich-rechtlich betriebenen Häuser am schlechtesten da. 12 Prozent waren bereits im gelben Bereich und 79 Prozent befanden sich im „grünen Bereich“.

Mit der neuen Ausgabe des Krankenhaus Rating Report 2017 geben die Autoren einen sehr guten Überblick über den Krankenhausmarkt in Deutschland. In dem Abschnitt Ausblick werden Zukunftsprognosen erstellt. Die zahlreichen Abbildungen veranschaulichen die Entwicklung im Kliniksektor auf den verschiedensten Gebieten hervorragend. Dieser Report gehört in die Hände eines jeden Akteurs im Gesundheitswesen

Autoren des Krankenhaus Rating Reports 2017 sind Prof. Dr. Boris Augurzky, Dr. Sebastian Krolop, Adam Pilny, Prof. Dr. Christoph M. Schmidt und Christiane Wuckel.
Erschienen im medhochzwei Verlag, Heidelberg. 220 Seiten, Über 150 Abbildungen und Tabellen. ISBN: 978-3-86216-356-4;

Medizinischer Datenschutz DS-GVO 2018 Seminar

Die Datenschützer blicken schon seit Monaten auf den 25. Mai 2018:
Um 0.00 Uhr tritt die EU DS-GVO in Kraft. Fleißig arbeiten zahlreiche Gremien und Institutionen an die GVO begleitenden Papieren, um für die Anwendung der neuen Bibel des Datenschutzrechts möglichst viel Rechtsklarheit zu gewinnen und eine wünschenswerte sowie rechtskonforme Anwendungspraxis zu gewährleisten.
Die  Anwendungspraxis zu gewährleisten.
Die Gesundheitsbranche seht hier in einer besonderen Verantwortung.
Sie verarbeitet enorm große Mengen und ausgesprochen sensible Daten.

Wir laden Sie ein zum Seminar am

 28.-29. November 2017 in Berlin 

Themen der Seminare (2-tägig) / Zeitrahmen: 09.00 h – 17.00 h

Themen des 1. Seminartages:

1. Teil: Die GVO als Rechtsakt, Verhältnis zu anderen Normen, Fristen der Umsetzung; Datenschutzaufsicht ; Einwilligung, Vertrag/Interessensabwägung, Zweckbindung; Auftragsdatenverarbeitung; Informationspflichten; Betroffenenrechte ; Rolle der Aufsichtsbehörden:Auditierung/Zertifizierung

 

 

 

2. Teil : Neue Anforderungen  zur Gewährleistung der Datensicherheit,Datenschutz-Folgenabschätzung, Datenschutzverletzungen 

 

Themen des 2. Seminartages

1. Teil:2 Stunden: medizinische Apps,Compliance,Management

2. Teil :2 Stunden:cloud computing,IT-Sicherheits-Gesetz, Telemedizin

3. Teil: 2 Stunden: Auftrags DV, medizinische Forschung, IT-Sicherheit

Das zweitägige Seminar wird angeboten in Kooperation mit dem BvD, der Datatree AG und dem Verband der Medizin-Manager.
Mitglieder dieser Einrichten genießen Sonderpreise.

Weitere Details ersehen Sie über: www.esturias.de/seminarreihe-2017/ 

 

Neue Erkenntnisse und aktuelle Therapiemögichkeiten in der Dermato-Onkologie

Mainz.  Beim 27. Deutschen Hautkrebskongress der Arbeitsgemeinschaft
Dermatologische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft (ADO) und der
Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, der vom 21. – 23.
September 2017 in Mainz stattfindet, werden vielversprechende aktuelle
Erkenntnisse und Forschungsergebnisse in Prävention, Diagnostik und
Therapie in der Dermato-Onkologie vorgestellt und von internationalen
Experten diskutiert. Nicht nur in der Therapie des fortgeschrittenen
Melanoms, des Basalzellkarzinoms und in der Behandlung aktinischer
Keratosen, auch bei anderen Hautkrebsarten gibt es hoffnungsvolle
Fortschritte. Herr Prof. Stephan Grabbe, Direktor der
Universitätshautklinik Mainz und diesjähriger Tagungspräsident und Frau
PD Dr. med. Carmen Loquai, Leiterin des Hautkrebszentrums Rhein-Main
der Universitätsmedizin Mainz, Universitäres Centrum für
Tumorerkrankungen (UCT) Mainz, die die wissenschaftliche Leitung des
Hautkrebskongresses übernommen hat, geben Einblick in Highlights des
hochkarätigen Kongresses.

Frage: Welche Highlights wird es beim diesjährigen Deutschen
Hautkrebskongress geben? Wird das Melanom der Haut mit den erweitertenTherapiemöglichkeiten wieder eine große Rolle spielen?

Dr. Carmen Loquai

Priv. Doz. Dr. med. Carmen Loquai

 

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Ja, das Melanom wird auch dieses Jahr wieder eine große Rolle
spielen, es gibt neue Meilensteine in der Immuntherapie und
zielgerichteten Therapie beim malignen Melanom. Daneben werden aber
auch neue Daten zur Therapie fortgeschrittener epithelialer
Hauttumoren, voran das Merkelzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom,
präsentiert werden, die Anlass zur Hoffnung geben.“

Frage: Auf welche Themen wird diesmal der Fokus gelegt?

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Ein Fokus dieser Tagung liegt in diesem Jahr bei den neuen
Entwicklungen zur Immuntherapie, entsprechend dem Mainzer
Forschungsschwerpunkt auf diesem Gebiet. Aber auch in der Diskussion
und Entwicklung palliativer und psychoonkologischer Versorgungskonzepte
werden bei diesem Kongress Akzente gesetzt.“

Frage: Deutsche Hautkrebszentren sind an verschiedenen aktuellen
Studien aktiv beteiligt. Welche vielversprechenden Studien werden beim
Kongress diskutiert?

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Zu Beginn des Kongresses werden unter der
Leitung von Frau Professor Berking und Herrn PD Dr.
Eigentler in einer dreistündigen Sitzung die aktuell in
Deutschland laufenden Studien und deren bisherige
Ergebnisse vorgestellt. Dies gibt den Kongressteilnehmern
eine gute Übersicht zum Stand der klinischen Forschung.
In den folgenden Symposien und Sitzungen erwarten wir
neben Langzeit- und Kombinationsdaten von
Immuntherapeutika und zielgerichteten Therapeutika erste
Daten zu personalisierten Impfstudien in der Therapie des
malignen Melanoms.“

GRABBE_Stephan_Universitätsmedizin Mainz_Direktor der Hautklini

Prof. Dr. med. Stephan Grabbe, Universitätsmedizin Mainz, Direktor der Hautklinik

Frage: Auf welche neuen Forschungsdaten sind Sie
besonders gespannt und welche Vorträge der eingeladenen
Wissenschaftler würden Sie besonders hervorheben?

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Auch dieses Jahr konnten wir wieder
hervorragende Plenarredner gewinnen, die uns eine
Übersicht zu computerbasierten Screeningverfahren beim
Melanom, zur Epigenetik und Krebs und zur Bedeutung von
UV-Licht bei der Melanomentstehung geben. Diese
Plenarvorträge werden sicherlich zu den Highlights des
diesjährigen Kongresses gehören.“

Frage: Damit die Erkenntnisse der Forschung möglichst
schnell und umfassend den Patienten zugutekommen kann,
verfolgt die ADO seit einigen Jahren auch das Ziel,
translationale Krebsforschung mit Patientenversorgung zu
verbinden. Gibt es dazu neue Impulse?

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Ja in der Tat. Wir in Mainz arbeiten zum
Beispiel an der Entwicklung individualisierter
Krebsvakzine, die Ihren Weg vom Labor in erste frühe
multizentrische klinische Studien gefunden haben.  Diese
konnten wir kürzlich in der Zeitschrift „Nature“
publizieren. In ähnlicher Weise arbeiten viele
ADO-Mitglieder an Projekten, in denen einerseits
klinische Beobachtungen durch wissenschaftliche
Untersuchungen erklärt und andererseits neue
wissenschaftliche Erkenntnisse in klinischen Studien
geprüft werden.“

Frage: Es werden immer wieder neue
Untersuchungsergebnisse zu verschiedenen
Behandlungsmethoden von Melanom und anderen Hauttumoren
vorgestellt. Welche Diskussionen gibt es nach der
vielversprechenden Entwicklung der letzten Jahre, geht
die positive Entwicklung weiter?

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Die zielgerichteten und
Immun-Checkpoint-Inhibitoren sind in einer beispiellosen
Schnelligkeit als Standardtherapie in unsere
Leitlinienempfehlungen aufgenommen worden. Nachdem es uns
bei immer mehr Patienten mit schwarzem Hautkrebs gelingt,
eine akute lebensbedrohliche Tumorerkrankung in eine
chronische Erkrankung zu überführen, stellen wir uns nun
die Frage, wie wir ein langfristiges Ansprechen oder gar
eine Heilung erreichen können. Kombinationstherapien aus
zielgerichteten Therapien und Immuntherapien, aber auch
personalisierte Ansätze sind vielversprechend. Wir sind
derzeit beim malignen Melanom in der glücklichen Lage,
unseren Patienten eine Vielzahl von innovativen
Therapiemöglichkeiten anzubieten, die vielversprechend
sind, doch dürfen wir nicht vergessen, dass wir trotz
allem Enthusiasmus nach wie vor einem ernst zu nehmenden
Gegner gegenüberstehen.“

Frage: Inwieweit führen positiv verlaufende
Studienergebnisse zur Zulassung neuer dermaonkologischer
Medikamente?

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Die Zulassung von Medikamenten von deren
Entdeckung bis zur Zulassung ist ein langer Weg. Hierbei
werden verschiedene Phasen der Entwicklung und dann
klinischen Prüfung durchlaufen, die oft Jahre dauern.
Wenn sich frühe positive Studienergebnisse in
weiterführenden groß angelegten Studien bestätigt haben,
ist zumindest der Weg für eine Zulassung geebnet, doch
beginnt dann ein hochkomplexes länderspezifisches
Verfahren, bis die Medikamente für unsere Patienten zur
Verfügung stehen. Selbst wenn die europäische
Zulassungsbehörde ein Medikament befürwortet, ist es
keine Selbstverständlichkeit, dass dieses dann auch in
Deutschland auf dem Markt zur Verfügung stehen wird. Die
Zulassung eines Medikamentes ist auch im Falle positiv
verlaufender Studienergebnissen also kein Selbstläufer.
Aktuell befinden sich aus der dermatologischen Onkologie
eine ganze Reihe von Therapeutika im Zulassungsverfahren.
Hierzu gehören u. a. Immuntherapeutika für die Behandlung
des metastasierten Merkelzellkarzinoms und in der
adjuvanten Behandlung des Melanoms, sowie zwei neue
Therapeutika zur Behandlung von kutanen Lymphomen.“

Frage: Welche Rolle spielen Nebenwirkungs-Strategien bei
den neuen Therapeutika?

PD Dr. med. Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. med. Stephan
Grabbe: „Die Wirkung der neuen Therapeutika ist
überzeugend, aber gerade bei den
Immuncheckpointinhibitoren müssen wir unsere Patienten
bereits vor Beginn der Therapie sehr gut und umfassend
über mögliche Nebenwirkungen aufklären. Um die Patienten
sicher führen zu können, müssen diese wissen, welche
Symptome auftreten können. Mit den neuen
Immuncheckpointinhibitoren lösen wir praktisch die Bremse
des Immunsystems und geben zusätzlich Gas, was dazu
führen soll, dass sich das Immunsystem mit voller Kraft
gegen die Tumorzellen wendet und diese bekämpft. Doch
kann die rasante Fahrt auch außer Kontrolle geraten und
neben den Tumorzellen gesundes Gewebe angreifen. So kann
es unter der Therapie z. B. zu einer Darmentzündung
kommen, die bei den Patienten Durchfallbeschwerden
auslöst. Wir fragen deshalb unsere Patienten bei jeder
Vorstellung nach typischen Beschwerden, um diese
Nebenwirkungen zu erkennen und mit Hilfe von Medikamenten
–  in den meisten Fällen Cortison – dann im richtigen
Augenblick wieder auf die Bremse treten zu können.“

Frage: Der gefürchtete „schwarze Hautkrebs“ kann in
vielen Varianten auftreten und immer gilt: Je eher
entdeckt, desto besser. Was sind frühe Anzeichen?

PD Dr. med. Carmen Loquai: „Beim Hautkrebsscreening
versuchen wir dem Patienten frühe Anzeichen mit Hilfe der
sogenannten ABCD-Regel zu erklären. Wenn sich ein
Pigmentmal in der Symmetrie ändert, d. h. nicht mehr rund
oder oval ist, eine verstärkt unregelmäßige Begrenzung
zeigt, nicht nur aus einer Farbe, sondern aus mehreren
Farben besteht und größer als 0,5 mm ist, dann können
dies Anzeichen für das Vorliegen eines Melanoms sein. Je
mehr dieser Punkte auf ein solches Pigmentmal zutreffen,
desto verdächtiger ist dieses und sollte durch einen
Hautarzt weiter abgeklärt werden.“

Frage: Ein Highlight der Tagung wird sicher wieder das
beliebte Forum Hautkrebs für Patienten sein. Inwieweit
wird neben der Prävention auch die Tumortherapie
angesprochen? Wird der interdisziplinäre Ansatz weiter
fortgeführt – z. B. mit Psychoonkologie, Komplementär-
medizin, Sport und Bewegung, gesunder
Ernährung – und werden dazu neue Studien vorgestellt?

PD Dr. med. Carmen Loquai: „Auch dieses Jahr möchten wir
unseren Patienten einen Überblick zu den Highlights des
Kongresses geben, Fragen zur Früherkennung von Hautkrebs
und wie sich jeder einzelne hiervor schützen kann, aber
auch die psychoonkologische Versorgung von Krebspatienten
und palliative Versorgungskonzepte werden adressiert. In
einer Podiumsdiskussion werden dann im Anschluss an
Impulsvorträge von Patienten vorgetragene Fragen
gemeinsam diskutiert. Für die Moderation konnten wir
dieses Jahr Herrn Dr. Frank Wittig vom SWR Fernsehen
gewinnen und freuen uns schon jetzt auf eine rege
Beteiligung.“

Frage: Dass die bösartigen Erkrankungen der Haut immer
noch zunehmen, soll vor allem an der Sonnenbestrahlung
liegen. Wie können wir uns am besten schützen? Sind immer
höhere Hautschutzfaktoren entscheidend für die
Prävention?

PD Dr. med. Carmen Loquai: „Sonnenstrahlung hat sowohl
positive wie auch negative Auswirkungen auf die
Gesundheit – wie bei vielem im Leben ist das richtige Maß
entscheidend. Wichtig ist, dass man zu intensive
Sonneneinstrahlung oder gar Sonnenbrände vermeidet und
sich am besten mittels geeigneter Kleidung und sonst mit
Sonnencremes schützt. Je jünger die Haut ist, desto
gefährdeter ist sie für die durch UV-Licht induzierte
Entstehung von schwarzem Hautkrebs. Daher sollten
besonders Kleinkinder vor zu intensiver
Sonneneinstrahlung geschützt werden. Ein anderer Faktor
ist der individuelle Hauttyp – hier gilt, je hellhäutiger
und lichtempfindlicher jemand ist, desto konsequenter
sollte der Sonnenschutz sein.“

Frage: Auch wenn es wieder weitere Fortschritte in
Prävention und Therapie beim Hautkrebs gibt –weiterhin
wichtige Bereiche sind Palliativmedizin und
Psychoonkologie. Inwieweit spielt diese auch bei der
diesjährigen ADO-Tagung eine Rolle?

PD Dr. med.  Carmen Loquai, Univ.-Prof. Dr. Stephan
Grabbe: Nicht jeder Tumorpatient kann geheilt werden,
viele Tumore und auch ihre Therapien können Schmerzen und
Beschwerden verursachen und nicht jeder Tumorpatient
verarbeitet seine Erkrankung in gleicher Weise. Daher ist
es mittlerweile in deutschen Hautkrebszentren
selbstverständlich, dass neben den Behandlungen, die auf
eine Elimination des Tumors zielt, auch solche angeboten
werden, die auf die Linderung von Tumor- oder
therapiebedingten Beschwerden abzielen und/oder die
seelische Verfassung des Patienten in den Mittelpunkt des
Behandlungskonzepts stellen. Dies geschieht unter anderem
in enger Zusammenarbeit mit der Palliativmedizin, der
Psychoonkologie und dem Sozialdienst. Durch die
Einbeziehung dieser wichtigen Bereiche in das
Behandlungskonzept von Tumorpatienten sind die – oft
stark körperlich und seelisch belastenden –
Tumorerkrankungen und ihre Therapien besser verträglich
und erträglicher geworden.

 

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